MDM-1 Fox

Im November 2002 habe ich mir den Fox bei Conrad bestellt, nachdem nach gründlichen Recherchen sowohl die Grösse als auch der Preis meinen Erwartungen entsprachen. Beim Auspacken des riesigen Transportkartons wurden die Teile begutachtet. Der Rumpf, die Tragflächen und das Höhenleitwerk waren in Luftpolsterfolien verpackt, die Kleinteile, Kabinenhaube mit ABS-Rahmen und die zum Bau benötigten Speerholzteile in Plastiktüten eingeschweisst. Auch lagen zur Anlenkung von Höhen- und Seitenruder Bowdenzugröhrchen und je eine Stahldrahtseele und eine Plastikseele bei. Ausser Fernsteuerkomponenten, Kleber und Bespannfolie alles komplett!

Da der Transportkarton etwas zu gross war und die Lücken nicht mit Styroporschnipsel oder einem anderen Lückenfüller gefüllt waren konnten sich besonders die Tragflächen um 20 cm bewegen, was zu abgebrochenen Randbögen führte. Beim Bau der Randbögen wollte man sehr schlau sein und fertigte diese aus einem Balsa-Abachi-Balsa-Verbund. Hätte funktioniert wenn nicht alle Holzmaserungen in Profilrichtung laufen würden. Hier war reparieren angesagt.

Zum Einbau der Servos liegen dem Bausatz ABS-Becher von 1 mm Materialstärke bei, die in die vorgefrästen Löcher in die Fläche eingeklebt werden sollen. Die Becher und das Loch sind so klein, dass höchstens ein 9 mm Servo ohne Befestigungslaschen reinpasst, wie das Bild zeigt.

Servoeinbau

Das Servoloch wurde quadratisch aufgeschnitten, mit GFK verstärkt und ein 13 mm Servo mit Metallgetriebe ohne Laschen in roten Schrumpfschlauch gepackt und mit Harz eingeklebt. Da die Fläche am Einbauort sehr dünn ist ragt das Servo unten 4 mm aus der rot bespannten Fläche heraus, was wegen der Farbe kaum auffällt.

Nächster Knackpunkt war der Radeinbau. Die beiden Sperrholzseitenwangen mit dem Rad dazwischen wurden abweichend vom Plan mit 2 Spanten zu einem Kasten versteift und nach vielem Schnitzen und Schleifen eingeklebt. Nach den ersten Flugversuchen zeigte sich, dass ein total dichter Radkasten notwedig wäre, da das Moosgummirad viel Gras und Erde in den Rumpf schaufelt. Im nachhinein leider nicht mehr auszuführen, weil das Servobrett alles verdeckt.

Radeinbau

Rumpfboden

Um keine Löcher sägen zu müssen sind die Servos im Rumpf liegend eingebaut. Das Höhenruder wird statt Bowdenzug mittels GFK-Schubstange betätigt. Empfänger und Akku liegen ganz vorne in der Rumpfspitze. Die Seitenruderanlenkung erfolgt über Stahllitze und einen Kugelkopf am Ruder, damit wegen der schrägliegenden Ruderachse nichts klemmt.

Beim ersten Zusammenbau und Vermessen des Modells ergab sich eine EWD von 4,7°, in der Bauanleitung ist kein Wert dafür angegeben. Durch Unterlegen eines Balsastreifen konnte die EWD auf 1,5° gebracht werden. Damit wurden die ersten Flugversuche durchgeführt. Dazu später mehr.

Höhenruder-Seitenruder

Zuletzt ging es an die Kabinenhaube. Der ABS-Haubenrahmen zeigt einen recht grossen Instrumentenpilz, was zu einem Einsitzer passt, aber nicht zum Doppelsitzer Fox. Das wollte ich durch Abtrennen des Instrumentenpilzes ändern. Der Haubenrahmen passte jedoch an keiner Stelle, besonders an den Rundungen hinten und vorne nicht, sodass kurzerhand aus Balsabrettchen mit GFK-Beschichtung ein neuer Rahmen entstand. Die Kabine erhielt durch zwei Styroporkugelköpfe eine Besatzung verpasst und mit dem aufgemalten mittleren Haubensteg sieht das jetzt doch einem Doppelsitzer ähnlich.

Kabinenhaube

Kabinenhaube2

Im Frühjahr war der Flieger dann endlich fertig! Es fehlt noch etwas Verzierung und die Zulassungsnummer.

Modell Fox

Beim Erstflug war immer noch nicht geklärt wie EWD und Schwerpunkt zusammen gehören. Recherchen bei RC-Online im Forum gaben keine eindeutigen Werte dafür. Mit meinem Rechenprogramm wurde zur EWD von 1,5° ein Schwerpunkt von 69 mm ermittelt und vorsichtshalber auf 65 mm eingestellt. Der erste Handstart brachte einen schönen gestreckten Gleitflug. Also hoch auf den Hang und das Modell rausgefeuert. Der Startschwung wurde flott in Höhe umgesetzt und dann ging es in einer Art Sackflug abwärts. Eine Veringerung der EWD auf ca 0,8° brachte nichts.

Bei einer Landung setzte das Modell etwas hart auf und das Steckungsrohr des linken Flügels machte sich im Flügel selbsständig. Die Öffnung des Flügels brachte die Ursache schnell an den Tag. Das Steckungsrohr war nur in der Wurzelrippe von 6 mm und in einer Hilfsrippe von2 mm gelagert, beide Rippen aus sehr weichem Pappelsperrholz. Die Hilfsrippe ging nach hinten nur 5 mm über das Rohr hinaus und war nicht mit der Oberschale verklebt, sodass die vorfedernde Fläche das Rohr aus der Rippe herausschlug. Hier muss wohl von gefährlichem Schlendrian bei der Fertigung gesprochen werden. Wie schnell kann ein Modell mit solchen Schwachstellen, bei einer nicht sichtbaren Vorschädigung, in der Luft zerlegen und unkontrolliert irgendwo einschlagen.

Steckung

Das Rohr hatte zudem keine Abstützung zu den Beplankungen. Zur Reperatur wurde das Rohr in einen Kasten eingebettet und nach Ausschaben des Styropors eingeklebt. Bevor die Beplankung mit untergelegtem Glasgewebe wieder aufgepresst wurde, erhielt die Steckung noch eine Abstützung nach hinten zwischen die obere und untere Beplankung.
Davon habe ich leider kein Bild gemacht!

Mittlerweile wurde der Schwerpunkt auf 53 mm vorverlegt und der Fox begann vorwärts zu fliegen. Die Diskrepanz gegenüber der Berechnung scheint beim sehr dicken Rumpf zu liegen, denn bei den dünnen Rümpfen von Zweckmodellen passen die Rechenergegnisse sehr gut, wie mir von Nutzern des Programmes mehrfach bestätigt wurde.

Trotz 80% Expo auf dem Querruder ist die Reaktion des Querruders (Aussentiefe ca. 40%) äusserst giftig und man muss besonders bei Langsamflug mit Stömungsabriss rechnen. Die Ruderreaktion bei Höhen- und Seitenruder sind dagegen sehr moderat.

Das endgültige Einfliegen ist für den Urlaub in Dänemark geplant, da an der Küste mit gutem Tragen gerechnet werden kann und das Modell dann laufen kann, ohne dass man mit einer vorzeitigen Landung rechnen muss.

PS (Sept. 2003)
Der erste Flug in Dänemark endete trotz bester Windverhälnisse mit einem Absturz. Die beiden Flügel sind im Bereich der Querruderservos geknickt und gestaucht. Vorerst ruht das Projekt.


Aussichten (Okt. 2005)
Ein neuer Flügel ist in Projektierung, da der alte Flügel nicht repariert werden kann. Nachmessungen am Flügel und Vergleiche mit dem Plan ergaben folgende Fakten:
1. Die Dicke an der Wurzel ist statt 8,93% nur 8,75%. Ziel Dicke korrigieren.
2. Gegenüber dem Plan liegt der Servoschacht ca. 100 mm weiter aussen. Das vermindert die Einbauhöhe für das Servo um 0,6 mm. Der neue Servoschacht kommt auf die Planposition.
3. Aussen beträgt die Dicke 9%! Also praktisch richtige Dicke. Projektiert ist die Dicke aussen auf 10% zu bringen, damit wird der Flügel bezüglich Strömungsabriss etwas ziviler. Zusätzlich wird die Querrudertiefe aussen von 40% (scale!) auf 30% zurückgenommen. Am Servoschacht resultiert aus der neuen Dickenverteilung eine Einbauhöhe von 15 mm, also ausreichend für 13 mm dicke Servos.
4. Der alte Flügel hatte keinen Holm, sondern nur Gewebeeinlagen, deshalb das Einknicken der Beplankung beim Absturz. Der neue Flügel bekommt einen rechteckigen Kohlschlauch-Sperrholz-Balsa-Holm in den die Steckung integriert ist.