Flächenverriegelung mit Multilock

Kleinteile

Bei vielen Fertigmodellen und gelegentlich auch in Baukästen finden sich die Flächenverriegelungen mit Multilock (Verkaufs-Bezeichnung von MPX). Hauptbestandteil sind die weissen Kunststoffdruckknöpfe, die aus der Möbelbranche stammen. Die Druckknöpfe gibt es in Geschäften für Tür-, Fenster- und Möbelbeschläge. Für 20 Paar Druckknöpfe habe ich 2000 DM 13,50, ca. Euro 7, bezahlt. Zum Einbauen der Verriegelung in den Rumpf brauchen wir eine Einbaulehre und ein Stückchen Rohr mit 11 mm Innendurchmesser. Die Teile sind alle auf dem Bild zu sehen. Zusätzlich ein Wickelkern um Ein GFK-Rohr selbst herzustellen.

Bandwickel

Als Wickelkern habe ich einen 10 mm Buchenrundstab aus dem Baumarkt genommen. Um auf 11 mm zu kommen bekam er mehrere Lagen glattes Malerabklebband. Damit sich der GFK-Wickel später gut herunterschieben lässt werden am Schluss 3-4 Lagen Haushaltsfolie draufgewickelt. In etwa 45° erfolgt dann halbüberlappend ein Wickel Glasgewebeband. Die Enden sollten mit einem schmalen Klebesteifen gesichert werden.

Druckwickel

Mit einem harten Pinsel wird das Glasgewebe gut mit Harz getränkt. Dabei ist darauf zu achten, dass mehr gestupft als gestrichen wird. Zum Schluss kommt ein Wickel aus kräftigen Plastikband, bei mir aus einer Einkaufstüte geschnitten, um den geharzten Wickel. Den Anfang fixiert man mit einem kleinen Klebestreifen und einem kräftigen Daumendruck damit stramm gewickelt werden kann. Das Ergebnis nach dem Aushärten ist ein schön glattes Rohr, das mit etwas Kraftanstrengung von Wickelstab herunter geschoben wird.

Justierteil

Das abgebildete Justierteil liegt dem Verkaufssatz von MPX bei. Als Besitzer einer Drehbank habe ich das Teil in wenigen Minuten aus einer Maschinenschraube erstellt. Das gewindefreie Teil unter dem Sechskantkopf sollte ca 12 mm dick sein. Etwa 10 mm werden auf 11 mm Durchmesser abgedreht und der Rest abgestochen. Ohne Umspannen bohrt man nun ein 9 mm Loch in das Teil. Fast durchbohren! Zum Schluss ist die Unterseite des Sechskants etwas plan zu drehen und das entstandene Rohr auf 6 mm zu kürzen. Fertig!

Bohrhilfe

Nun kann es mit dem Einbau der Flächenverriegelung losgehen. Als wichtiges Hilfsmittel fertigen wir eine Bohrschablone an. Die Verriegelung muss zwischen den Flächenstahl und die Verdrehsicherung gelegt werden. Eine Lage im Bereich der Flächenwurzel ist nicht zu empfehlenl, denn bei starker Beschleunigung, wie beim Flitschenstart, geht der Druckknopf auf. Der Halteweg des Knopfes beträgt nur ca. 0,9 mm! Liegt die Verriegelung hinter dem Flächenstahl dann wird der Druckknopf nur bei Vorschwingen der Fläche, also bei einer Stecklandung, auf Zug beansprucht und geht auf.

Die Löcher wo später die Druckknöpfe eingebaut werden sollen werden nur mit 3 mm vorgebohrt. Die Kennzeichnung "oben" auf dem Brettchen ist auf beiden Seiten anzubringen damit später die Bohrungen nach dem Aufstecken exakt in Flügel und Rumpf gegenüber liegen. Die Löcher dürfen zunächst nur mit 3 mm vorgebohrt werden. Die Spitze eines 11 mm Holzbohrers findet darin eine gute Führung und das Loch, ohne grossen Druck gebohrt, wird sauber rund.

Zusammenbau

Dort wo Harz hingelangt wird die Justierhilfe mit Trennwachs oder Trennlack vorbehandelt und anschliesend von aussen in das Rumpfloch gesteckt. Zur Sicherung kommt ein Klebestreifen darüber. Den Teil des Druckknopfes mit den Klemmbacken stecken wir von innen in die Bohrung und tupfen in die Rillen etwas eingedicktes Harz. Das passend abgelängte Röhrchen schieben wir darüber und vermuffen es mit dem Rumpf. Alle Klebstellen sind natürlich vorher angerauht worden. Auf der Seite liegend lassen wir alles aushärten. Nach dem Aushärten drehen wir die Justierhilfe mit einem Ruck los und bauen auf der anderen Seite des Rumpfes den Druckknopf ein.

Einharzen in Flügel

Die Bereiche um die Druckknöpfe in Flügel und Rumpf schützen wir mit Trennmittel vor dem Verkleben. Die Druckknopfteile mit dem Knopf stecken wir nun auf die Gegenstücke im Rumpf und geben etwas Harz in die Rillen. Das Loch im Flügel wird gut mit Harz gefüllt, aber nur soweit, dass nichts beim Aufschieben herausquillt. Immer nur eine Seite einharzen, denn zum Aushärten stellen wir den Rumpf mit der flügellosen Seite auf den Boden damit das Harz gut um den Knopf fliesst. Neben dem Loch in der Fläche sieht man eine kleine Anschrägung auf der Flügelunterseite. Dorthinein drücke ich einen alten Nylonpropeller um die Fläche zu trennen. Liegt die Verriegelung im Nasenbereich, wie bei Fertigmodellen üblich, genügt zum Trennen ein Schlag mit der Faust gegen die Nasenleiste im ersten Flächendrittel.

Die Einbaudemonstration erfolgte hier bei einer Styroprfläche mit Abachibeplankung. Hat man eine Rippenfläche, dann muss hinter die Wurzelrippe ein Balsaklotz geleimt werden. Das geht sogar bei einer bereits fertigen Fläche. Ein kleines rechteckiges Loch 15x15 mm auf der Unterseite ausschneiden und einen passenden Balsaklotz mit etwas Überstand einkleben und abschliesend mit dem Profil verschleifen.

(Revidiert am 17.05.2004)