Ballastkammern bei Seglern

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Manchmal wünscht man sich, wenn der Wind am Hang kräftig bläst, etwas mehr Gewicht um mehr Durchzug zu haben und besser gegen den Wind anzukommen. Zum Schnellfliegen wird etwas nach tief getrimmt oder vorhandene Wölbklappen leicht nach oben gestellt, was gleich bedeutend ist mit einer Verringerung der Einstellwinkeldifferenz (EWD). Mit der Verkleinerung der EWD verschiebt sich der Schwerpunkt (Druckpunkt) nach hinten. Wohin genau lässt sich mit meinem Programm berechnen. In diesen Punkt sollte nun das Ballastgewicht plaziert werden.
Im nebenstehenden Bild ist mein Ballastsystem zu sehen. Die Ballastaufnahme besteht aus einem 15 mm Installationsrohr mit 13 mm Innendurchmesser. Rechts liegt ein zum Bohrer umfunktioniertes Stück Alurohr, damit wird von Hand das Styropor vorsichtig ausgebohrt nachdem die Wurzelrippe ein 15 mm Loch erhalten hat. Das Plastikrohr ist am einen Ende mit einer Sperrholzscheibe verschlossen. zum Einleimen in den Flügel empfiehlt es sich um das Ende zur Verstärkung einen harzgetränkten Glasfaserstreifen zu geben. Die Bleigewichte haben 12 mm Durchmesser und sind 10 cm lang. Das Gewicht beträgt 115 Pond. 2 Gewicht mit Tesaband zusammengeklebt passen in die Ballastkammer. Zur Gewichtsvariation kann das äussere Bleistück durch ein entsprechendes Rundholz ersetzt werden. Maximal liegt die Gewichtserhöhung bei 4 Rohren mit 8 Bleigewichten somit bei 920 Pond
Die Gewichte sind nach folgender Methode selbst gegossen. In ein dickere Holzstück werden in 2 cm Abstand 12 mm Löcher etwa 11 cm tief gebohrt. In einer kleinen Blechbüchse wird das Blei auf einem Campinggaskocher geschmolzen und in die Löcher gegossen. Den Rand der Büchse drückt man zuvor etwas spitz zu als Ausgiesser und gegenüber biegt man den Rand nach aussen um dort mit einer Zange das Ganze zu Greifen. Schutzbrille und Lederhandschuhe sind Pflicht!

2 Beispiele

Im nebenstehenden Bild sind 2 Beispiele mit eingebauten Ballastrohren zu sehen. Oben Liegt die Fläche einer Alpina-Magic. Da diese Fläche vorgepfeilt ist (gerade Vorderkante) liegen die Ballastkammern auch weit vorne. Die untere Fläche gehört zu dem Rubjen, einem F3B-Trainer der 1980er. Hier kommt durch den Wölbklappeneinsatz der Schwerpunkt weiter nach hinten, deshalb auch die Rücklage der Ballastkammern bei etwa 45% Flächentiefe.