Filmen von Modellen

Seit über 20 Jahren habe ich mit diversen Videokameras Modelle und manntragende Flugzeuge gefilmt. Anfangs war die Qualität meist schlecht, es lag nicht an der verwendeten Kamera sondern an der Einstellung derselbigen. Nachdem im Internet viele Filme aus dem Bereich Modellflug auftauchen und ich bei vielen Filmen Schwächen sehe, die aber leicht abgestellt werden können, möchte hier meine Erfahrungen schildern.

1. Bildschärfe

Die Bildschärfe wird normal durch den Autofocus der Kamera beim Schwenken geregelt. Bei Modellen, die sich vor einem wolkigen Himmel bewegen, bekommt der Autofocus Schwierigkeiten, wenn das Modell, z.B. in der Seitenansicht fast unsichtbar wird, auf das Modell scharfzustellen. Er wird es dann mit den Wolken versuchen bis das Modell wieder eine ausreichende Fläche bietet.

Abhilfe: Wir richten die Kamera auf einen entfernte Punkt ( Baum oder Haus ) und schalten in dieser Stellung den Autofocus aus. Alles was weiter als 10 m weg ist wird immer scharf abgebildet.

Autofocus

2. Bildruckeln

Ruckelt beim Mitschwenken das Bild muss der Bildstabilisator ausgeschaltet werden. Bei meiner Kamera "DIS" genannt von ON nach OFF.

Bildstabilisator

3. Schwankende Bildhelligkeit

Für die Helligkeitsschwankungen ist die automatische Belichtungssteuerung verantwortlich. Besonders grass wird es wenn man mit der Kamera durch die Sonne schwenken muss. Bis die Automatik wieder fussgefasst hat vergehen 2-3 Sekunden, wobei das Bild von total hell/überstrahlt nach dunkel und dann wieder auf normal geht.

Abhilfe: Wir erledigen die nötigen Handgriffe gleich bei Punkt1 mit. Während die Kamera auf ein entferntes Objekt gerichtet ist schalten wir die Belichtungsautomatik aus. Bei meiner Kamera ist dies ein Hebelchen an der Seite, das von AUTO auf AE LOCK gestellt wird.

BL-Automatik EIN

Auf dem Kameramonitor zeigt MF den ausgschalteten Autofocus an und die Belichtung erfolgt jetzt mit 1/50 Sekunde bei einer Blende von 9,6. Im Automatikbetrieb sind diese Angaben nicht zu sehen.

Monitor

4. Kamerahaltung

Seit es die digitalen Videokameras und Camcorder gibt sieht man bei den meisten Nutzern die Haltung des Gerätes am ausgestreckten Arm. Abgesehen vom Wackeln kann man bei unseren Aufnahmen nicht richtig dem bewegten Modell folgen, oft sieht man es auf dem kleinen Monitor nicht.

Haltung1

Bewährt hat sich bei mir der Blick durch den Sucher mit dem rechten Auge. Das linke Auge ist zugekniffen oder man kann bei etwas Übung links an der Kamera vorbeischauen und das Objekt verfolgen. Die Kamera halte ich dabei mit beiden Händen und stütze die Arme am Oberkörper ab. Mit dem rechte Daumen kann ich die Kamera Ein-/Ausschalten und mit dem Zeigefinger bediene ich den Zoomhebel. Das Mitschwenken geschieht durch Kopfdrehung und/oder Körperdrehung. Bei vorgeplanten Schwenks schaffe ich ohne die Füsse zu bewegen einen Schwenk von locker 180°.

Haltung2

5. Drehbuch

Mit Drehbuch verstehe ich beim Aufnehmen von Modellen eine Absprache mit dem Piloten vor Drehbeginn. Wichtig ist es den Flugraum festzulegen und zwar so dass das Modell bei grösster Brennweite noch gut erkennbar ist. Dichte Vorbeiflüge vor dem Kameramann nur nach Ankündigung, sonst ist das Modell flutsch aus dem Bild und der Kameramann hat Mühe es wieder zu finden. Am Besten sagt der Pilot die Flugrichtung und eventuelle Figuren an. Bei etwas Erfahrung geht es auch ohne Drehbuch!

Als Beispiele habe ich zwei Videoaufnahmen hier eingestellt.

Die leichten Bildruckler kommen beim Umwandeln des vollformatigen AVI-Files in das auf das auf 25% Bildgrösse reduzierte WMV-Format zustande.

- Ohne Absprachen habe ich ein Nurflügelmodell an der Wasserkuppe gefilmt und dabei versucht das Modell immer möglichst gross im Bild zu haben.

WakuNF-Weller.wmv (3,9 MB)

- Bei trübem Wetter habe ich bei einer Flugschau in Duxford/GB eine F-15 im Tiefflug ( Höhe etwa 40 m , kleinste Entfernung 300 m) bei ca. 700 km/h aufgenommen wobei sie mehrere Rollen flog. Der Formationsflug mit 3 Mustangs fand bei etwa 450 km/h statt. Das Durchstartmanöver ging bis fast auf 10 m herunter mit nachfolgendem Nachbrennereinsatz, der die Alarmanlagen der hinter mir stehenden Autos auslöste.

F-15.wmv (4,9 MB)