Auswiegen von Segelflugmodellen

Am Beispiel des F3F - Modells Trinity möchte ich meine Methode des Auswiegens und der Unterbringug des erforderlichen Ballastes in der Rumpfspitze erläutern.

Das Modell ist auf der Schwerpunktwaage im vorgesehenen Schwerpunkt gelagert. Der Rumpf ist hinter dem Flügel auf einer Digitalwaage abgestützt, wobei das Gewicht des Stützmaterials elektronisch eliminiert ist. Die Anzeige ist 138 gr. Über das Verhältnis der Entfernung Schwerpunkt zu Auflagepunkt ( 550 mm ) und Schwerpunkt zu Rumpfspitze ( 400 mm ) wird das erforderliche Ballastgewicht für die Rumpfspitze errechnet (550/400)*138 = 190 gr.

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In einem fast zur Hälfte mit Wassergefüllten Plastikbecher rührt man solange Gips bis dieser eine teigige Konsistenz hat. Die Rumpfspitze wird in den Gipsbrei gedrückt, nicht ganz bis zum Boden, und gewartet bis der Gips fest ist.
Das dauert ein paar Minuten.

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Das Ergebnis sieht dann so aus. Der Gips sollte nun mehrere Tage trocknen.

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Während der Gips trocknet, setzen wir das Modell wieder auf die Schwerpunktwaage und befestigen kurz hinter der Rumpfspitze eine Schnurschlaufe, an der wir nun die errechnete Bleimenge hängen. Ich benutze Lötblei in Stangenform. Der Rumpf sollte nun deutlich nach vorne kippen.

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Das Blei schneide ich in kurze Stücke und schmelze es in einer Form, wie sie zum Zinnfigurengießen benutzt wird, auf einer alten Elektroplatte, ein Gaskocher geht natürlich auch. Das flüssige Blei kommt dann in die trockene Gipsform. Schutz der Hände durch dicke Gartenarbeitshandschuhe ist Pflicht, denn es spritzt schon kräftig falls der Gips noch zu feucht ist! Nach ein paar Minuten kippen wir das Gußstück aus der Form.

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Hier war die Form noch etwas feucht, deshalb die rauhe Oberfläche.
Gegebenenfalls muss die Spitze des Bleiklotzes etwas abgefeilt werden damit dieser gut in die Rumpfspitze passt.
Damit er nicht rausrutscht, gebe ich an die Seiten 2-3 kleine Portionen Silikon und drücke den Klotz in die Rumpfspitze. Nur wenig Silikon nehmen sonst geht im Falle eines Falles das Blei nicht ohne Macken am Rumpf wieder heraus.
Bei der Trinity mussten noch ca. 20 gr. Blei unter dem Akku angebracht werden. Der Bleiklotz schaut gerade noch aus dem Akkuausschnitt heraus.

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Das Blei direkt in die Rumpfspitze gießen wird oft vorgeschlagen, aber die Gefahr, daß der Rumpf geschädigt wird ist groß.